Neben den kulturellen Eindrücken, die ich im Rahmen dieses Lehmbauworkshops in Agdz in Marokko sammeln durfte,
erlernte ich den praktischen Umgang mit Lehm. Meine Hauptaufgabe war das Ausbessern und Neuverputzen einiger Innenwandfl ächen der 350 Jahre alten Kasbah. Hierbei wurde zunächst der alte, lockere und hohl liegende Lehmputz abgeschlagen und die tiefen Risse ausgehöhlt und mit einer Lehmschlemme eingestrichen. Die Lehmschlemme bestand aus sehr feinem Lehm und etwas Wasser. Dann wurden die Risse mit Lehmsteinbruch und einem sehr trockenen Lehmgemisch verdichtend verfüllt. Aufgrund der Trockenheit mussten die Wandoberflächen ständig eingenässt
werden, damit der Halt garantiert war. Abschließend wurde dann die Lehmputzschicht aufgetragen. Zu dieser Aufgabe gehörte auch das Sieben, Aufbereiten und Anmischen des Lehms. Das Mengenverhältnis für den Oberputz lautete 2 Teile Lehm und 1 Teil Sand. Die zuzugebene Menge von Stroh und Wasser hatte man durch Ausprobieren schnell im Gefühl. Der marokkanische Lehm dieser Region ist von Natur aus sehr kalkhaltig, deshalb muss er durch den Sand nur leicht abgemagert werden. Da jeder natürlich vorkommende Lehm je nach Region anders zusammen gesetzt ist, muss das Mischverhältnis immer wieder neu erprobt werden.

Neben der Workshoptätigkeit wurden auch Exkursionen unternommen, u. a. zu dem Dorf Ait Benhaddou, das UNESCO Weltkulturerbe.